Lehnt BMW einen Großteil seiner Kunden ab? Dienstwagen-Angebot wegen AfD-Landtagspräsidentschaft zurückgezogen

Der Landtagspräsident steht in einigen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt protokollarisch noch über dem Ministerpräsidenten. Auch deswegen war die dortige Wahl Tobias Rauschs (AfD) derart bedeutsam. Dieser steht außerdem nun der Landtagsverwaltung vor. Aus diesen Gründen besteht ein Anspruch auf einen Dienstwagen. In Sachsen-Anhalt hat BMW allerdings direkt im Anschluss an die deutliche Wahl Rauschs ein entsprechendes Leasingangebot zurückgezogen. Der bisherige Vertrag gilt nur noch bis November.

Die Marke BMW dürfte unter AfD-Sympathisanten eigentlich überdurchschnittlich beliebt sein – nicht nur, weil sie für deutsche Wertarbeit steht, sondern auch, weil sich der BMW-Konzern (verglichen mit den Mutterkonzernen der Hauptkonkurrenten Mercedes und Audi) besonders technologieoffen zeigt. Der Verbrennungsmotor wird dort weiterentwickelt, statt einseitig auf die E-Mobilität zu setzen. Genau das ist auch die Vision der AfD, während die anderen Parteien die Autoindustrie mit paternalistischen Vorgaben, überbordender Bürokratie und horrenden Steuern ersticken. Ausgerechnet der politischen Kraft, die sich dem entgegenstellt, möchte man dann den Dienstwagen verwehren?

Offenbar ja, schließlich hat sich BMW-Chef Nedeljković zwei Wochen vor dem Rückzug des Angebots gegen die AfD positioniert. Angesichts der engen Beziehungen und persönlichen Überschneidungen zwischen der Konzernspitze und dem Umfeld der langjährigen Regierungsparteien ist das zwar nicht weiter erstaunlich.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob BMW dabei die eigene Rufschädigung bei einem großen Teil der deutschen Kundschaft einkalkuliert hat. Die Positionierung gegen die einzige Partei, die ebenfalls entschieden für Technologieoffenheit steht, ist strategisch jedenfalls höchst unklug.

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